Wer, wie, was? – Wer nicht fragt, bleibt dumm!

Was ist Information?

Welches Schweinderl hätten S‘ denn gern? — Robert Lembke

Anschaulich gesprochen messen wir den Informationsgehalt einer Nachricht an der Zahl der Ja/Nein-Fragen, die diese Nachricht beantwortet. Ganz wie bei Robert Lembke’s Heiterem Beruferaten. Die Praxis zeigt aber, dass diese Definition zu kurz greift, denn es kommt sehr auf den Kontext, unser Vorwissen und unser Geschick beim Fragestellen an. Man muss also sehr genau definieren, welche Art Ja/Nein-Fragen man meint. Und man muss den Kontext betrachten, in dem man diese Fragen stellt.

Gegeben ein Quadrat dessen Kante eine Längeneinheit misst. Wie lang ist die Diagonale?

Ein Spickzettel mit (einem Teil) der als Dezimalbruch ausgeschriebenen Lösung überträgt informationstheoretisch betrachtet keine Information, denn die Aufgabe ist eindeutig lösbar. Man kann die Lösung also ohne weiteres Nachfragen nennen, wenn man sie denn ausrechnen kann. In der Praxis hilft der Zettel aber meist mehr, als das Wissen wie man Quadratwurzeln berechnet.

Und auch sonst im Leben schauen wir meist auf das Was statt auf das Wie und Wozu. Eine klare Lösung — selbst wenn sie falsch ist — ist uns lieber als eine gut formulierte Frage oder ein Denkanstoß der uns auf die Lösung bringt. Wir sagen: „Nimm einen Schirm, es könnte regnen.“ Wo doch der Nachsatz eigentlich ausreichen müsste, um die Botschaft zu überbringen. Mehr noch. Statt eines Schirms könnte man sich auch anders des Regens erwehren. Das Was festzulegen schränkt mehr ein, als nur das Wozu festzulegen.

Was ist Informatik?

Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm! — Sesamstraße

Salopp gesagt, geht es in der Informatik darum, das Wozu mit dem Wie ins Was zu verwandeln; also ein Ziel bzw. eine Aufgabe mit dem Wissen, um (mathematische) Zusammenhänge so zu zerlegen, dass einzelne, klare Arbeitsschritte und Fallunterscheidungen entstehen. Diese einfachen Schritte kann ein Computer dann ausführen.

Natürlich ist das hier alles sehr vage formuliert. Und ich sehe schon meine akademischen Kollegen den Kopf schütteln, wie man denn nur so vereinfachen kann. Aber auf die Details kommt es hier ja gar nicht an. Wichtig ist das Prinzip, denn es hilft zu verstehen, was Informatik eigentlich ist.

In der Praxis bedeutet Informatik daher hauptsächlich zuhören, verstehen, beraten und erst zum Schluss umsetzen. Kunden haben eine Vorstellung von ihren Zielen, dem Wozu — auch wenn man das meist erst unter dem allgegenwärtigen Was konkreter Lösungsideen ans Tageslicht bringen muss. Aus diesen Zielen werden dann allmählich Lösungen die wirklich passen. Dieser Prozess — und nicht etwa nur das Implementieren — ist die Hauptaufgabe guter IT-Experten wie der IT:Agenten. Innovative Lösungen, die dem Kunden einen tatsächlichen Vorsprung am Markt verschaffen, entstehen eben vor allem dann, wenn man Ziele hat ohne sich gleich in die ausgetretenen Pfade der bekannten Lösungswege zu begeben.

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